Der 5. Oktober, 2020 markiert das Jubiläum des Tages, an dem Omega 1970 von der NASA mit dem Silver Snoopy Award ausgezeichnet wurde. Manche finden den Snoopy-Cartoon auf einer Speedmaster ein wenig kindisch, wissen aber oft nicht, weshalb er sich eigentlich dort befindet. In diesem Artikel erklären wir, wie Snoopy auf das Zifferblatt einer Speedmaster kam.

Vor genau 50 Jahren überreichte der Astronaut Thomas P. Stafford Omega den Silver Snoopy Award. Nicht alle wissen, wie wichtig diese Auszeichnung ist. Es ist ein Preis, der von der NASA an Mitarbeiter oder Dienstleister verliehen wird, um ihren besonderen Beitrag und herausragenden Einsatz zu würdigen. Tatsächlich ist es die höchste Auszeichnung, die von der NASA verliehen werden kann. Abgesehen von dem Auszeichnungszertifikat gibt es noch die silberne Reversnadel mit dem (fliegenden) Snoopy, die Dienstleistern oder Mitarbeitern von der NASA-Besatzung überreicht wird.

Speedmaster Snoopy

Weshalb erhielt Omega die höchste Auszeichnung von dem Astronauten Stafford (im Namen der Besatzung von Apollo 13)? Die komplette Geschichte können Sie sich in dem Blockbuster „Apollo 13“ von 1995 mit Tom Hanks ansehen (was wir Ihnen sowieso empfehlen möchten). Wenn Sie den Film noch nicht gesehen haben, dann finden Sie hier eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse vom April 1970.

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Apollo 13

Nach Apollo 11 ging das allgemeine Interesse an dem Raumfahrtprogramm ein wenig zurück. Die Missionen wurden jedoch fortgesetzt, und zwar um den Mond zu erforschen und einige Proben der Mondoberfläche mitzubringen. Das Ziel für Apollo 13 war es, die Mondformation Fra Mauro zu untersuchen. Allerdings kam die Besatzung (Lovell, Haise und Swigert) nicht bis dahin. Etwa 322.000 Kilometer von zu Hause und ihren Familien entfernt ereignete sich an Bord des Servicemoduls ein Unfall.

Omega Speedmaster Snoopy

Die Explosion

Es gab eine Explosion, die durch eine beschädigte Kabelisolierung verursacht wurde und dazu führte, dass der Inhalt beider Sauerstofftanks ins Weltall abgelassen wurde. Ohne Sauerstoff, den die Astronauten für ihr Überleben und für die Erzeugung elektrischer Energie benötigten, war Apollo 13 nicht gerade ein Ort, an dem man sich gerne aufhalten wollte. Mit der Hilfe der Bodenbesatzung schafften es die Astronauten von Apollo 13, eine funktionierende Lösung zu finden (bei der auch Klebeband involviert war), durch die sie zumindest sicher nach Hause zurückkehren konnten.

Omega Speedmaster Snoopy

Die Rückkehr

Die Besatzung von Apollo 13 brauchte die Omega Speedmaster, und zwar zunächst, um die Zeit bei der Raketenzündung zu messen, um die geschätzte Dauer der Rückreise zur Erde zu verringern, und anschließend zum Stoppen der Zeit bei der Raketenzündung, um die Geschwindigkeit zu verringern und den Winkel der Flugroute für das erneute Eintreten in die Erdatmosphäre anzuheben. Diese 14 Sekunden lange Operation war entscheidend, denn jeder Messfehler hätte zu einem falschen Eintrittswinkel und demnach zu einer Katastrophe für die Besatzung führen können.

Ja, ja, wir wissen es ja! Jede Uhr hätte diese 14 Sekunden messen können. Aber selbstverständlich ist dies nicht ganz korrekt. Die Omega Speedmaster war die einzige Uhr, die 1965 alle strengen Tests der NASA bestanden hatte. Keine andere Uhr funktionierte noch, nachdem die NASA sie gründlich geprüft hatte – nur die Speedmaster. Die Chronographen Longines-Wittnauer 235T und Rolex 6238 bestanden die Tests nicht. Und ebenso wenig die eingereichte Bulova. Die Speedmaster ist der einzige Chronograph, auf den sich die Besatzung von Apollo 13 für diese scheinbar leichte Aufgabe verlassen konnte, nämlich für das Stoppen von exakt 14 Sekunden.

Omega Speedmaster Snoopy

Snoopy „Eyes on the Stars“

Aber Snoopy ist eine Comicfigur. Würde die NASA für ihre wichtigste Auszeichnung, die eine Besatzung Personal oder Dienstleistern verleihen kann, etwa einen Comichelden verwenden? Sie wissen unter Umständen schon das eine oder andere über Apollo-Missionen, aber wussten Sie, dass die NASA 1986 den berühmten Beagle als Symbol wählte, um als „Wachhund“ über die Missionen zu wachen? Die NASA entschied ebenfalls 1968, eine Snoopy-Reversnadel in Sterlingsilber als Zeichen der Wertschätzung für NASA-Mitarbeiter und Dienstleister zu verwenden. Und zwar gemeinsam mit einem Schreiben der Anerkennung sowie einem gerahmten Snoopy-Zertifikat.

2015 Speedmaster Snoopy

Sterlingsilber

Jede der Snoopy-Reversnadeln in Sterlingsilber ist auf einer NASA-Mission mitgeflogen. Der Comiczeichner M. Schulz, Schöpfer der Comicgeschichte der „Peanuts“, unterstützte die NASA-Apollo-Missionen und willigte ein, dass „Snoopy, der Astronaut“ kostenfrei genutzt werden durfte. Er zeichnete die Snoopy-Figur sogar auf die silberne Anstecknadel.

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Speedmaster Snoopy Award 3578.51 (2003)

Aus irgendeinem seltsamen Grund wurde der Speedmaster Professional Snoopy Award 33 Jahre nach der Verleihung des Silver Snoopy Awards durch die NASA an Omega vorgestellt. Omega nutzte die standardmäßige Speedmaster Professional und platzierte das Logo des Snoopy-Awards auf dem Unterzifferblatt auf 9 Uhr. Auf der Rückseite findet man das gleiche Logo, das ein Saphirglas überdeckt. Omega produzierte 2003 diese Snoopy-Award-Referenz 3578.51 als limitierte Edition (zwar limitiert auf beachtliche 5.441 Einheiten, aber trotzdem noch limitiert). Die Zahl 5.441 bezieht sich auf die 142 Stunden, 54 Minuten und 41 Sekunden, die die Mission dauerte. Etwas weit hergeholt, aber man muss sich ja schließlich etwas einfallen lassen (hier finden Sie einen ausführlichen Artikel zu dieser Uhr).

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Speedmaster Silver Snoopy Award 311.32.42.30.04.003 (2015)

Omega stellte dann 2015, also 45 Jahre nach der Verleihung der silbernen Reversnadel und des Zertifikats an Omega, eine weitere Speedmaster-Snoopy-Award-Uhr vor – was schon etwas schlüssiger war. Die Referenz 311.32.42.30.04.003 (hier finden Sie den ausführlichen Artikel dazu) war auf nur 1.970 Exemplare limitiert, was an das Jahr erinnern sollte, in dem die Mission von Apollo 13 stattfand und die Auszeichnung an Omega verliehen wurde. Man könnte fast sagen, dass diese Uhr für Omega und die Speedmaster „lebensverändernd“ war. Die Uhr war im Handumdrehen ausverkauft und wurde aufgrund der limitierten Anzahl (man erinnere sich hier an die 1.970 Exemplare) unerreichbar und unglaublich teuer.

Große Nachfrage

Heutzutage werden diese Uhren für ein Vielfaches des Originalpreises von 6.000 € verkauft. Auf der Rückseite befindet sich eine Snoopy-Reproduktion der Reversnadel in Sterlingsilber. Der Hund ist auf dem Zifferblatt bzw. Unterzifferblatt auf 9 Uhr zu finden, ebenso wie einige Referenzen auf die Mission von Apollo 13 (14 Sekunden und der Ausspruch des Raumfahrtingenieurs Gene Kranz „Failure is not an option“.) Weitere Informationen finden Sie auf der Omega-Homepage.