Im Omega-Universum regiert die Speedmaster. Da gibt es keinen Zweifel. Und die Seamaster herrscht treu und stetig an ihrer Seite. Aber was ist mit dem Rest der Kollektion? Wir finden, dass es einige Modelle gibt, die bisher nicht die Beachtung bekommen haben, die sie verdienen. Auch innerhalb der Speedmaster- und Seamaster-Kollektionen werden ein paar Modelle vollkommen übersehen. Deshalb habe ich eine Liste von fünf Omega-Uhren zusammengestellt, die innerhalb der letzten Jahre vorgestellt worden sind und möglicherweise nicht immer die gebührende Aufmerksamkeit erhalten.

Angesichts der Vielzahl von Omega-Uhren, die jährlich vorgestellt werden, wird es immer Uhren geben, die nicht den langfristigen Erfolg einiger anderer Uhren der Kollektion haben. Daher wollte ich einen Blick auf das Potential dieser Uhren werfen, auf ihre historische Bedeutung eingehen sowie aktuelle Angebote und Preise auf dem Markt für Gebrauchtuhren analysieren und mich meiner persönlichen Leidenschaft für diese Uhren hingeben. Sämtliche dieser Omega-Uhren sind Teil der aktuellen Kollektion und sollten in meinen Augen im Rampenlicht stehen.

Omega 1957 Trilogy Limited

1. Omega Railmaster 1957 Trilogy

Bevor Sie sich zum Kommentarbereich begeben und beginnen „Auf welchem Planeten leben Sie eigentlich?“ zu tippen, warten Sie noch einen Moment. Natürlich hat die Railmaster 1957 Trilogy viel Beachtung erfahren, als sie 2017 vorgestellt wurde. Die Railmaster wurde als eine der besten Neuerscheinungen auf der Baselworld 2017 als Teil der 1957 Trilogy angekündigt.

In den Augen vieler war es die Rückkehr einer Legende. Aber drei Jahre später war der anfängliche Sturm der Begeisterung abgeebbt. Als integraler Bestandteil der historischen Trilogie verdient sie jedoch alle Aufmerksamkeit. Und obendrein ist sie nicht nur ein herausragendes Jubiläumsstück, sondern ihre Anwesenheit in dieser Liste begründet sich auch auf dem künftigen Potential der Railmaster.

Sie ist das perfekte Statement des vergangenen und künftigen Potentials der Railmaster.

Wie Mike in seinem ausführlichen Artikel über die letzte Generation der Railmaster erklärt, die nur bis 2012 erhältlich war, hat die Railmaster das Potential zur ultimativen Konkurrentin der Rolex Explorer I. Stattdessen war dies immer Omegas Milgauss. Hier kann ich Mike nur beipflichten. Allerdings nicht hinsichtlich dieser spezifischen Generation der Railmaster. Und die aktuelle Generation der Railmaster hat ebenfalls nicht diese Durchschlagskraft.

Für mich wurde der ultimative Beweis mit der Vorstellung der Railmaster 1957 Trilogy geliefert. Es ist nicht nur eine wundervolle Hommage an die Railmaster CK2941 von 1957 — ja, ein Uhrwerk mit Handaufzug wäre näher am Original gewesen — aber das einzigartige Design zeigt, dass ihre Relevanz in keiner Weise gemindert ist. Und mit einem modernen Uhrwerk hat die Uhr absolut das Potential, von dem Mike gesprochen hat. Sie ist das perfekte Statement des vergangenen und künftigen Potentials der Railmaster.

Omega

2. Omega Seamaster 1948 Small Seconds

Ich muss zugeben, dass die Seamaster 1948 Small Seconds mit einer sehr persönlichen Geschichte verbunden ist. Von dem Moment an, als ich die Seamaster 1948 zum ersten Mal sah, erinnerte sie mich an die 1966 Seamaster DeVille meines Vaters. Natürlich liegen fast zwei Jahrzehnte zwischen der Original-Seamaster und der Seamaster DeVille, weshalb es optische Unterschiede gibt. Aber die Verbindung zum charakteristischen Design der frühen Seamaster ist unverkennbar vorhanden.

Meine jungenhafte Begeisterung reichte bis zur nostalgischen Frage, welche aktuelle Omega mein Vater wohl gekauft hätte, wenn er heute nach einer Uhr suchen würde. Die beste Antwort war für mich immer die DeVille Prestige. Aber es schien mir nie eine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage zu sein. Die richtige Antwort kam mit der Seamaster 1948.

… die perfekte Kombination aus Vintage-Look und moderner Technik.

Omega stellte die Modelle der Seamaster 1948 auf der Baselworld 2018 vor. Omegas große Neuerscheinung in diesem Jahr war die neue Seamaster 300M. In ihrem Windschatten waren die Edelstahluhren der Seamaster 1948 die perfekten Erinnerungsstücke, um die reiche Seamaster-Geschichte zu würdigen. Beide sind passenderweise auf 1.948 Stücke limitiert.

Die Seamaster 1948 Small Seconds ist von den beiden mein Favorit. Mir gefallen ihre Zeiger und das Zifferblatt besser als bei der Version mit Zentralsekunde. Für mich ist dies die perfekte Kombination aus Vintage-Look und moderner Technik mit dem Kaliber 8804. Heute wird sie als solche oder als großartiges Erinnerungsstück nicht gewürdigt. Ich finde, dass sie eine der besten aktuellen Omega-Neuerscheinungen ist, aber Sie wissen ja: Ich bin hier voreingenommen.

Omega

3. Omega Speedmaster Grey Side of The Moon

Zu Beginn muss ich direkt sagen, dass mir die Serie „Side of the Moon“ unheimlich gut gefällt. Ich mag, dass sie als konzeptionelle Serie von Speedmaster-Uhren die Möglichkeiten aufzeigt, eine moderne Version der Speedmaster zu entwerfen. Und zweitens ist das Konzept, von den unterschiedlichen Seiten des Mondes inspirierte Uhren mit verschiedenen Materialien zu entwerfen, einfach genial.

Anders als so viele vergleiche ich die Serie nicht mit der klassischen Speedmaster Professional. Das ist, wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Uhren sehen unterschiedlich aus, verwenden ein anderes automatisches Uhrwerk vom Omega-Kaliber 9300 und die Gesamtidee ist grundverschieden. Mir gefallen die Dark Side of the Moon Black und diese Grey Side of the Moon am besten, weil sie das Konzept voll und ganz verkörpern. Vielleicht sind sie nicht so hübsch anzuschauen, sind aber dafür als Konzept-Armbanduhr einfach unheimlich cool.

Als die Grey Side of the Moon 2014 auf der Baselworld lanciert wurde, war sie der absolute Hit. Nach sechs Jahren ist die Grey Side of the Moon nahezu aus der Erinnerung verschwunden. Mike hatte 2015 eine umfassende Rezension geschrieben, in der er die potentielle Durchschlagskraft der Uhr sowie ihr Potential erläutert, eine Daytona-Anwärterin zu werden. Ich kann absolut verstehen, dass dies ihr massentauglicher Charme sein könnte. Leider kam es nicht dazu. Aber es macht die Uhr nicht weniger eindrucksvoll.

Die Grey Side of the Moon (oder Lunar Dust) war die zweite Neuerscheinung der Serie nach dem Original der Dark Side of the Moon. Omega nahm von dem schwarzen Keramikgehäuse Abstand und verwendete weißes Keramikpulver als Grundmaterial für das Gehäuse. Durch Erhitzen des Gehäuses per Plasmaverfahren auf bis zu 20.000 Grad Celsius wird das Gehäuse zu einem schönen, metallischen Grau. Und als ob das Gehäuse nicht genug wäre, ähnelt das sandgestrahlte Zifferblatt der tatsächlichen Mondlandschaft und sieht einfach hinreißend aus. Die Grey Side of the Moon ist die spektakuläre Ausführung eines großartigen Konzepts.

Omega

4. Omega Globemaster Steel — Sedna Gold

Wer hat Angst vor ein bisschen Stahl und Gold? Ich liebe diese Materialkombination an einer Uhr, solange es die richtige Armbanduhr ist. Wie so manche von Ihnen wissen, hege ich eine große Liebe für die Omega Constellation Manhattan. Sie ist traditionell ein perfektes Beispiel einer Uhr, die sehr gut in Stahl und Gold wirkt. Eine weitere Uhr, die sich zufällig in der gleichen aktuellen, mächtigen Familie der Omega Constellation befindet, ist die Omega Globemaster.

Oft als Anzuguhr bezeichnet, ist sie doch weitaus mehr. Sie hat absolut das Zeug zur perfekten Anzuguhr, ist aber um einiges vielseitiger als das. Besonders in Edelstahl und Sedna Gold entfaltet die Globemaster ihr volles Stilpotential. Wie Gerard in seinem 52 Mondayz-Artikel schrieb, ist die Kombination aus Stahl und Sedna Gold mit dem blauen „Pie Pan“-Zifferblatt und der geriffelten Lünette genial.

Die Globemaster ist aus vielen Gründen einzigartig. Etwa wegen der Geschichte des Namens der Globemaster, der für eine 1950s Constellation verwendet wurde, die in den USA nicht unter diesem Namen geliefert werden konnte. Oder wegen des Designs der aktuellen Globemaster, das von den Constellation-Uhren aus den 1950er und 1960er Jahren inspiriert ist. Aber zwei Gründe reichen noch lange nicht für eine Vintage-Armbanduhr.

Wie Robert-Jan in seiner Rezension der Sedna Gold Globemaster schrieb, „ist es nicht die Uhr Ihres Großvaters.“ Obwohl ihre Inspiration aus der Vergangenheit stammt, so ist die Globemaster doch zeitgenössisch in ihrer Größe (39 mm). Und sie verfügt über das moderne Co-Axial-Kaliber 8900, das bis zu 15.000 Gauß antimagnetisch ist. Es ist eine wirklich wandelbare Uhr, absolut im Trend. Tragen Sie sie tagsüber am NATO-Armband, wenn Sie unterwegs sind. Und tragen Sie sie mit einem Lederarmband, wenn Sie zum Abendessen ausgehen. Auf beide Arten ist sie genial.

Omega_Seamaster_300

5. Omega Seamaster 300

Ich möchte diese Liste mit der Omega Seamaster 300 abschließen. Eine weitere verrückte Ergänzung dieser Liste? Diese Entscheidung sei Ihnen überlassen. Tatsächlich ist es so, dass die sofortige Referenz die Seamaster Diver 300M ist, sobald wir über die Seamaster sprechen. Schließlich ist sie in der Kollektion nach der Speedmaster Omegas Armbanduhr mit dem größten Kultfaktor. Aber Sie sind ja nicht auf der Suche nach der Uhr, wenn Sie eine Vintage-Tauchuhr von Omega wollen. In diesem Fall ist dies eine gute Wahl für Sie.

Die Seamaster 300 in Edelstahl ist unmittelbar mit 60 Jahren Omega-Geschichte verknüpft. Auf der Baselworld 2014 war sie der absolute Erfolg. Es wurde das Design der Original-Seamaster 300 (CK2913) von 1957 aufgegriffen und mit neuer Technik wie etwa einer Keramiklünette und dem koaxialen, automatischen Uhrwerk des Kalibers 8400 kombiniert.

… die Uhr ist noch immer so charismatisch wie der Moment ihrer Erstpräsentation.

Heute ist die Seamaster 300 seit sechs Jahren in der Omega-Kollektion vertreten. Und die Zeit stand nicht still. Insbesondere während der letzten Jahre hat Omega eine Reihe unglaublicher Uhren vorgestellt, durch die die Seamaster 300 unter Umständen etwas mehr in den Hintergrund gerückt ist. Das vergangene Jahr was das große Jahr der Speedmaster. 2018 haben wir die Neuerscheinung der neuen Seamaster Diver 300M gesehen.

Abgesehen von der anhaltenden Begeisterung für die Seamaster 300 Spectre war es doch recht ruhig um die Seamaster 300. Doch die Uhr ist noch immer so charismatisch wie der Moment ihrer Erstpräsentation. Von allen regulären Stahlmodellen in der aktuellen Omega-Kollektion wäre die Seamaster 300 nach der Speedmaster Professional wahrscheinlich meine zweite Wahl. Sie ist einen Platz nach oben gerückt, nachdem die stählerne Ploprof letztes Jahr eingestellt wurde. Mal sehen, wie lange sie auf diesem Platz bleiben kann.

Abschließend

Da ist sie, unsere Liste fünf aktueller Omega-Armbanduhren, denen in unseren Augen nicht immer die Beachtung geschenkt wird, die sie verdienen. Haben wir den Verstand verloren? Oder haben wir ein paar versteckte Schätze der aktuellen Kollektion vergessen? Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung. Nun heißt es also: Bleistifte spitzen und drauflosschreiben!

Lesen Sie mehr über die aktuelle Omega-Kollektion auf der offiziellen Omega-Webseite.