Vor fast 10 Jahren habe ich die Royal Oak 15202 „Jumbo” und die damalige Standard Royal Oak Date mit der Referenz 15300 in einem Artikel miteinander verglichen. Beide Uhren sind 39 mm groß, unterscheiden sich jedoch beim Uhrwerk. Audemars Piquet löste diese Referenz 15300 im Jahr 2012 durch die 41-mm-Variante mit der Referenznummer 15400 ab. Deren Nachfolgerin kam letzten Monat heraus: die Royal Oak 15500. Audemars Piguet hat bei diesem Modell die 41 mm beibehalten, aber das Zifferblatt abgeändert und ein neues Manufakturwerk integriert. Zeit also für einen neuen Vergleich zwischen der Royal Oak Date mit der Referenz 15500 und der legendären 15202 Extra-Thin oder „Jumbo”.

Die Geschichte der Royal Oak

Für mich gibt es eigentlich nur eine wahre Royal Oak, und zwar die mit der Referenz 15202 oder eines der Vorgängermodelle. In meinem Vergleich mit der 15300 von vor 10 Jahren hatte ich mich wegen des Preisunterschieds erst für die 15300 entschieden, diese dann aber kurz danach gegen eine 15202 eingetauscht. Ich musste dieses Kultobjekt mit dem Kaliber 2121 und dem extrem flachen Gehäuse und Armband einfach haben. Den Kauf habe ich nie bereut. Diese Uhr ist äußerst bequem zu tragen, und das Design der Jumbo ist perfekt. Die 15300 und danach die 15400 konnten die perfekt ausbalancierten Dimensionen der 15202 infolge der Zugeständnisse an Gehäusehöhe und Gehäusedurchmesser nicht erreichen.

1972

Die Geschichte des aktuellen (im Jahr 2012 vorgestellten) Modells mit der Referenz 15202 geht zurück ins Jahr 1972. Obwohl die Story schon einige Male auf Fratello erschienen ist, wollen wir sie trotzdem noch einmal kurz aufgreifen. Im Jahr 1972 stellte Audemars Piguet einen ungewöhnlichen Zeitmesser vor: eine luxuriöse Edelstahlsportuhr mit integriertem Stahlarmband. Die Royal Oak mit der Referenz 5402 war geboren. Die Uhr wurde von Gérald Genta entworfen. Genta hatte für Omega einige Constellation-Modelle entworfen und auch für andere Uhrenhersteller gearbeitet und sich dann 1969 mit seinem eigenen Designunternehmen selbstständig gemacht. Die achteckige Lünette der aus Edelstahl gefertigten Royal Oak lehnt sich im Design an die Luken des Schlachtschiffes HMS Royal Oak an. Die Royal Oak ist teuer, sehr teuer. Für den Preis einer neuen Royal Oak könnten Sie auch 10 Rolex Submariner kaufen. Die Royal Oak verfügt über ein Kaliber 2121, das auf dem Uhrwerk 920 von Jaeger-LeCoultre basiert. Dieses Uhrwerk wurde von Jaeger-LeCoultre, Audemars Piguet und Patek Philippe entworfen. Das gleiche Uhrwerk wurde auch einige Jahre später von Patek Philippe in den ersten Nautilus 3700/1A Modellen verwendet. Auch die von Hysek entworfenen „222″-Modelle von Vacheron Constantin, die Vorläufer der Overseas, weisen in Bezug auf das Design einige Ähnlichkeiten mit der Royal Oak und Nautilus auf.

 

Die erste Referenz der Royal Oak, die 5402, ist heute ein sehr begehrtes Modell. Das gilt insbesondere für die A-Serie. Später erfuhr das Zifferblatt der 5402 ein paar kleine Änderungen, und das AP-Logo wurde von 6 Uhr auf 12 Uhr verlegt. 1992 stellten Audemars Piguet eine Jubiläumsausgabe mit der Referenz 14802 vor (den Bericht darüber verfasste Gerard). Die Auflage umfasste auch einige Exemplare in Weißgold und war auf 1.000 Stück begrenzt. Der interessanteste Aspekt der 14802 ist definitiv ihr Zifferblatt. Im Vergleich zur späteren 15202 verfügt es nicht nur über einen kleineren „Clous de Paris”, sondern war auch in lachsfarben erhältlich. Die Ähnlichkeit mit der letzten Monat in Genf vorgestellten 15202 in Weißgold ist nicht zu leugnen. Der Farbton des neuen Zifferblatts unterscheidet sich durch seinen dezenten Pink-/Goldstich leicht von dem lachsfarbenen Zifferblatt der 1990er-Jahre. Die Royal Oak mit der Referenz 15202 ist die moderne Version der Originalreferenz 5402 von 1972.

Unten sehen Sie die Royal Oak 15202 in Weißgold mit dem lachsfarbenen Zifferblatt und daneben die Original Royal Oak 14802 „Jubilee” von 1992 mit lachsfarbenem Zifferblatt (Fotos: WayneNG/Orange Dial)

Verschiedene Versionen der Royal Oak

Im Verlauf der Jahre stellte Audemars Piguet unterschiedliche Versionen der Royal Oak vor. Irgendwann hatten alle Royal Oak ein Maß von 36mm. Es gab Versionen mit allen möglichen Komplikationen und sogar Modelle mit Quarzuhrwerken. Der Royal Oak Chronograph hatte anfangs eine Gehäusegröße von 39 mm, die dann auf 41 mm anwuchs und in diesem Jahr wieder auf 38 mm schrumpfte. Die “Jumbo” oder “Extra-Thin” 15202 und deren Vorgängermodelle hatten immer 39 mm. Über die “Jumbo” wurde ja bereits hinreichend oft geschrieben. Doch die Royal Oak mit der Referenz 15500 hat ebenfalls eine interessante Geschichte und muss sich keineswegs hinter der berühmten 15202 verstecken.

Royal Oak 15202ST

Referenz 15300 (39 mm)

Wie bereits erwähnt, kamen nach der Royal Oak 5402 einige weitere Variationen auf den Markt. Die Modelle waren überwiegend 36 mm groß, doch zwischendurch entschloss man sich bei Audemars Piguet, auch eine Version der Royal Oak Date mit 39 mm herauszubringen. Und eine Version mit Sekundenzeiger. Das war im Jahr 2005. Zu dieser Zeit stellte Audemars Piguet für die Referenz 15300 auch das hausinterne Kaliber 3120 vor. Die „Jumbo” hatte zu der Zeit bereits die Referenz 15202. Die Royal Oak 15300 war im Grunde genommen das Nachfolgemodell der 36 mm mit der Referenz 14790. In der Referenz 14790 tickte das Kaliber 2125 von Audemars Piguet. Dieses Uhrwerk wurde nicht hausintern entwickelt, sondern basierte auf dem Kaliber 889/2 von Jaeger-LeCoultre. Das Kaliber 2121, bis dahin das Herzstück der Royal Oak 15202 „Extra-Thin”, war ursprünglich ein Jaeger-LeCoultre Kaliber 920. Die Weiterentwicklung und Herstellung des Uhrwerks liegen jedoch seit Jahren in der Hand von Audemars Piguet.

Die im Jahr 2005 vorgestellte Royal Oak 15300 verfügte über das Manufakturkaliber 3120. Ich hatte selbst eine; gekauft 2008, soweit ich mich erinnern kann. Es war die Version mit dem silberweißen Zifferblatt. Eine wunderschöne Uhr, mit einem sehr schönen Armband mit doppelter Faltschließe. Das Saphirglas auf der Gehäuserückseite gab den Blick frei auf das Kaliber 3120. Am schönsten fand ich den goldenen Rotor. Damals war das Kaliber 2121 für mich auf jeden Fall das interessantere Uhrwerk, weil es sehr flach ist. Das liegt zum Teil daran, dass der Aufzug nicht kugelgelagert ist. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen beiden Uhren ist die Tatsache, dass die 15202 ein Monoblock-Gehäuse hat, während die Gehäuserückseite der 15300 abnehmbar ist. Bei der 15202 muss der Uhrmacher das Frontglas entfernen, um Wartungsarbeiten durchzuführen. Dieses Uhrendesign entspricht im Grunde genommen dem ursprünglichen Konzept, wie bei der Original Nautilus (3700). Die späteren Modelle der Nautilus, einschließlich der aktuellen 5711, haben kein Monoblock-Gehäuse mehr.

Referenz 15400 (41 mm)

2009 verkaufte ich dann meine 15300, um mir eine gebrauchte 15202 von 2006 zuzulegen. Das flache Uhrwerk, das Monoblock-Gehäuse und die Tatsache, dass es sich um eine „Jumbo” handelte, fand und finde ich nach wie vor attraktiv. Der Unterschied zwischen der modernen Royal Oak 15300 und der 15202 fiel sofort ins Auge. Armband und Gehäuse sind bei der 15300 viel dicker. Sie ist zwar eigentlich immer noch nicht dick, aber ihre Dimensionen waren nicht mehr perfekt. Nicht mehr so perfekt wie bei der 15202. Meiner Meinung nach war die Uhr im Verhältnis zu ihrem Durchmesser von 39 mm etwas zu dick. 2012 erfuhr die 15202 umfassende Aktualisierungen: Das „Petite Tapisserie”-Muster auf dem Zifferblatt war jetzt kleiner und das AP-Logo wanderte von 12 Uhr auf 6 Uhr, wo es zu Beginn der 5402 A-Serie war. Im gleichen Jahr stellte Audemars Piguet dann auch das Nachfolgemodell der 15300 vor: die Royal Oak 15400. Es handelte sich hier um eine größere Version der 15300, mit einem 41 mm Gehäuse. Das Kaliber 3120 war noch vorhanden. Das Zifferblatt wies jedoch einige Änderungen auf. Die Herstellung des Zifferblatts für die 15300 erfolgte nicht immer intern. Dies änderte sich jedoch mit der 15400 (und der neuen 15202). Diese Zifferblätter fertigt Audemars Piguet nach wie vor in eigener Manufaktur. Das wunderschöne Tapisserie-Muster wird mit einer Drehmaschine erzeugt. Letztlich unterscheiden sich die 15300 und die 15400 in der Größe, der Schriftart und im Layout des Zifferblatts. Die 15400 präsentiert anstelle eines relativ großen AP-Logos unter der 12 Uhr-Anzeige den voll ausgeschriebenen Namen und ein kleines AP-Logo genau darunter. Der Schriftzug „Audemars Piguet” ist nun allerdings größer. Der Druck „Swiss Made” ist jetzt oberhalb der Minutenanzeige und somit leichter zu erkennen. Die 15400 war einfach etwas wuchtiger als die 39 mm große 15300. Das lag nicht nur an dem um 2 mm größeren Gehäusedurchmesser, sondern auch am Zifferblatt. Im weiteren Verlauf wurde die Reihe 15400 noch um Modelle in Gold und Bicolor erweitert.

Referenz 15450BA

Referenz 15400 (41 mm)

Nach 7 Jahren hat Audemars Piguet nun entschieden, dass es Zeit ist für eine Aktualisierung. Oder eine Aufrüstung. Der Unterschied ist nicht so deutlich wie noch bei dem Sprung von der 15300 zur größeren 15400. Mit 41 mm ist die Gehäusegröße der 15500 unverändert. Bei näherem Hinschauen werden Sie jedoch einige Unterschiede feststellen. Die Gehäusestärke stieg um 0,6 mm auf insgesamt 10,4 mm. Der wahrscheinlich größte Unterschied ist jedoch die Tatsache, dass die neue 15500 mit dem neuen Manufakturkaliber 4302 anstatt des Audemars Piguet Kalibers 3120 versehen ist. Das Uhrwerk wird beispielsweise auch für das neue CODE 11:59 Modell mit drei Zeigern verwendet. Das neue Kaliber 4302 tickt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde anstelle der 21.600 beim Kaliber 3120. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man natürlich die weichere Bewegung des Sekundenzeigers erkennen. Außerdem verfügt das Uhrwerk jetzt über eine Gangreserve von 70 Stunden anstatt der vorherigen 60 Stunden.

Auch auf dem Zifferblatt fallen einige Änderungen auf. Ich finde sie durchaus gelungen. Der Schriftzug „Automatic”, beispielsweise, ist vom Zifferblatt verschwunden. Das Zifferblatt gewinnt damit an Klarheit. Außerdem sollte man den Träger dieser Uhr nicht eigens darauf hinweisen müssen, dass es sich um eine Automatik handelt. Wer auch immer sie am Handgelenk trägt, wird sich dessen bewusst sein. Die Datumsanzeige hat ebenfalls eine leicht veränderte Position. Sie ist nach wie vor bei 3 Uhr, allerdings etwas dichter am Rehaut. Die Minutenanzeige ist jetzt auf dem Rehaut. Die Markierungen für die Stunden auf dem Zifferblatt und die Zeiger sind dicker. Und das Gegengewicht des Sekundenzeigers hat eine neue Form. Insgesamt hat man das Zifferblatt-Design an die 41 mm des Gehäuses angepasst, würde ich sagen.

Royal Oak 15500 im Vergleich zur 15202

Dieser Artikel vergleicht nicht die 15300, 15400 und 15500 miteinander. Vielmehr nimmt er die Unterschiede zwischen der „Standard” Royal Oak Date (Referenz 15500) und der Royal Oak „Extra-Thin”, oder Jumbo, mit der Referenz 15202 unter die Lupe.

Extra-Thin

Für viele Puristen gibt es nur eine Royal Oak. Und zwar die „Jumbo”, vorzugsweise mit der Referenz 5402ST. Die A-Serie, falls möglich. Tatsächlich jedoch entwickelte sich diese Modell, wenn auch in kleinen Schritten, zur 15202, die im Jahr 2012 (erneut) vorgestellt wurde. Es gibt viele Royal Oak-Uhren, von Modellen, die auf der 39 mm „Jumbo” basieren, über Versionen mit einem ewigen Kalender bis hin zu großen Royal Oak Offshore Modellen ab 1993. Ehrlich gesagt, wollte ich auch schon immer das „Original” haben. Ich habe meine 15300ST verkauft, um mir die 15202 zu holen (Modell vor 2012). Ein kostspieliges Unterfangen. Allerdings mag ich diese Uhr wirklich sehr und schätze viele typische Elemente dieses Modells, wie beispielsweise das extraflache Uhrwerk (3,05 mm) und Gehäuse (8 mm). Und natürlich die Tatsache, dass sie keinen Sekundenzeiger hat. Ich brauche eigentlich auch keine Datumsanzeige. Aber das hatte Genta 1972 anders auf dem Zettel stehen.

Time 4A Pint

Im Vergleich zur 15500, die für einen breiteren Kundenkreis konzipiert wurde, nimmt Audemars Piguet mit der 15202 die Puristen ins Visier. Das geht sogar so weit, dass in der jährlichen SIHH-Videopräsentation neue Variationen wie Gold, Platin & Titan usw. nicht einmal erwähnt werden. Das ist absolut nachvollziehbar, zumal die 15500 das neue Zugpferd sein sollte. Falls man bei einem Hersteller wie Audemars Piguet von einem Zugpferd sprechen kann. Die Gesamtproduktion beläuft sich auf 40.000 Uhren. Die meisten davon sind Varianten der Royal Oak. Die 15202 ist wahrscheinlich die Royal Oak mit einer der geringsten Stückzahlen, wenn man einmal von einigen Grand Complication Modellen absieht. Im Jahr 2010 oder 2011 machte das Gerücht die Runde, dass jedes Jahr lediglich etwa ein Dutzend Exemplare der 15202 in Edelstahl hergestellt würden. Mir erscheint diese Zahl ziemlich niedrig. Allerdings stimmt es schon, dass man sehr lange warten muss, wenn man eine 15202 beim Audemars Piguet Vertragshändler bestellt.

Kaliber 2121 und 4302

Das neue Manufakturkaliber 4302 ist durchaus interessant. Es verfügt über eine Gangreserve von 70 Stunden, hat einen größeren Durchmesser (damit es auch durch das Saphirglas auf der Gehäuserückseite der 15500 schön aussieht) und tickt schneller. Allerdings ist auch bedeutend dicker als das Kaliber 2121 mit 3,05 mm. Das Kaliber 2121 ist ein Entwurf von Jaeger-LeCoultre, Patek Philippe und Audemars Piguet und 50 Jahre alt. Es gilt jedoch immer noch als eines der schönsten automatischen Uhrwerke, das nur der Zeitmessung dient. Audemars Piguet und Vacheron Constantin sind die einzigen Hersteller, die dieses Uhrwerk noch für ihre extra- bzw. ultraflachen Uhren verwenden. Außerdem wird das Kaliber 2121 in Handarbeit hergestellt. Das Kaliber 3120 wurde nicht im selben Maße handgefertigt wie das Uhrwerk 2121. Laut Audemars Piguet wird jedoch auch das Kaliber 4302 in Handarbeit gebaut. Offenbar ist das Kaliber 2121 etwas komplizierter in der Herstellung und Montage als das Kaliber 4302.

Royal Oak 15202ST

Zifferblätter

Die heutigen Royal Oak 15202 haben ein blaues „Petite Tapisserie”-Zifferblatt. Bis zum Jahr 2012 war sie mit einem Zifferblatt in Blau, Weiß und Anthrazit erhältlich. Sie können sich natürlich auch für eine der Edelmetall-Versionen entscheiden.Wählen Sie zwischen Gold, Lachsfarben (eher Pinkgold, wie oben erwähnt), Blau, Sunburst-Blau oder sogar Grün (The Hour Glass Edition).

WatchStars award

Royal Oak Extra-thin

Bei der Royal Oak 15500 haben Sie mit Zifferblättern in Blau, Schiefergrau und Schwarz (beim Modell aus Edelstahl) mehr Wahlmöglichkeiten. In der Produktpalette der 15400 findet sich auch ein weißes Zifferblatt, das es für die 15500 aber (noch) nicht gibt. Weiße Zifferblätter scheinen sich immer noch nur geringer Wertschätzung zu erfreuen. Die Royal Oak 15500 ist auch in 18-karätigem Roségold erhältlich. Sie können zwischen einer Version mit Lederarmband oder Goldarmband wählen. Beide Uhren haben ein schwarzes Zifferblatt mit dem berühmten „Grande Tapisserie”-Muster. Nachstehend sehen Sie eine Royal Oak 15500 mit blauem Zifferblatt.

Gehäusemaße

Verglichen mit meiner alten Royal Oak 15300 habe ich immer die Größe, das geringere Gewicht und die Dicke der Royal Oak 15202 bevorzugt. In meinen Augen ließen die 41 mm Gehäuse der Royal Oak 15400 und Royal Oak 15500 die Royal Oak (Date) optisch ausgewogener erscheinen. Die Royal Oak 15500 unterscheidet sich mit einer Dicke von 10,4 mm deutlich von der dünnen Royal Oak 15202 mit 8,1 mm. Auf den ersten Blick erscheinen 2,3 mm recht wenig. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht jedoch den Unterschied zwischen der neuen Royal Oak 15500 und der Royal Oak 15202 aus Weißgold (die 8 mm dick ist). Auch die unterschiedlich dicken Lünetten sind hier klar erkennbar.

Bei meinem Handgelenkumfang von 18 cm habe ich mit dem 41 mm x 10,4 mm Gehäuse der Royal Oak 15500 kein Problem, kann aber auch die kleinere Gehäuseversion der Royal Oak 15202 mit der Größe 39 mm x 8,1 mm tragen. Letztendlich entscheidet die persönliche Vorliebe. Ich neige eher zur 39 mm Royal Oak „Jumbo”.

Wenn man die neue Royal Oak 15500 und die 15202 in Weißgold nebeneinander legt und vergleicht, ist deutlich erkennbar, dass das Gehäuse, das Zifferblatt mit dem Tapisserie -Muster, die Zeiger, Krone, Lünette und Schrauben wesentlich größer sind. Dies gilt auch für die im Hinblick auf Optik und Verarbeitung bestechenden Armbänder beider Uhren.

Eine schwierige Entscheidung

Der Preisunterschied von 5.600 EUR zwischen der Royal Oak 15500 und der 15202 ist sicherlich nicht ausschlaggebend, wenn man mit dem Gedanken spielt, eine dieser Uhren zu kaufen. Wer die Royal Oak 15202 „Jumbo” haben möchte, wird sich sicherlich nicht wegen des geringeren Preises für die 15500 entscheiden. Ein Grund für den Preisunterschied könnte das etwas aufwändigere Herstellungsverfahren des Kalibers 2121 sein.

Die Uhrenbranche kann nicht nur von Puristen leben, auch wenn viele von uns das gerne glauben würden. Durch eine variantenreichere Angebotspalette fühlt sich ein breiteres Publikum angesprochen, ein passendes Modell zu finden. Das ist meiner Meinung nach der Grund für die Existenz dieser beiden Modelle. Wer sich wirklich für Uhren interessiert, wird sich vermutlich für die Royal Oak 15202 entscheiden. Die Gründe dafür habe ich oben genannt. Wer dagegen Uhren einfach nur mag und das achteckige Design der Royal Oak ansprechend findet, entscheidet sich eventuell für das Modell 15500. Es ist größer, hat ein modernes Design und ein Manufakturwerk, das mit einer längeren Gangreserve, Datumsschnelleinstellung und mehr Halbschwingungen pro Stunde beeindruckt. Außerdem verfügt die Royal Oak 15500 auch noch über einen Sekundenzeiger. Manchen Leuten ist es wichtig, dass sich auf dem Zifferblatt etwas sichtbar bewegt. Die Audemars Piguet Royal Oak 15500 ist im Vergleich zur Royal Oak 15202 in fast jeder Hinsicht einfach wuchtiger. Das ist wahrscheinlich der größte Unterschied.

Falls es Ihnen nichts ausmacht, zur Einstellung des Datums an der Krone herumzudrehen (oder Ihnen, so wie mir, das aktuelle Datum egal ist), wenn Sie mit einem schlichten Stunden- und Minutenzeiger zufrieden sind und wenn Sie das „Petite Tapisserie”-Zifferblatt und eine kleinere, schlankere Uhr bevorzugen, dann ist die 15202 genau die richtige für Sie.

Preise

Die Royal Oak 15500 kostet offiziell 19.700 EUR (inkl. MwSt.). Der Listenpreis der Royal Oak 15202ST beträgt 25.300 EUR (inkl. MwSt.).

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Audemars Piguet-Website.

Dieser Artikel wurde zuerst am 7.2.2019 auf Englisch veröffentlicht.